Den Jagdschein erteilt die untere Jagdbehörde. Die erste Erteilung setzt voraus, dass du die Jägerprüfung bestanden hast, im „grünen Abitur“. Wie die Prüfung abläuft, regelt jedes Bundesland selbst; der Stoff ist zum großen Teil überall gleich.
1. Die Ausbildung
Ob ein Kurs vorgeschrieben ist, hängt vom Land ab:
- Bayern: mindestens 120 Stunden jagdliche Ausbildung, davon mindestens 60 praktisch, dazu Schießnachweise mit Flinte, Büchse und Kurzwaffe.
- Baden-Württemberg: ein Lehrgang einer anerkannten Ausbildungsstätte mit mindestens 130 Stunden.
- Hessen: ein Ausbildungslehrgang über alle Sachgebiete mit Übungsschießen, nicht älter als zwei Jahre.
- Nordrhein-Westfalen: Nachweise über die Kurzwaffe und über die Schulung zur kundigen Person (Wildbrethygiene).
Auch wo kein Kurs Pflicht ist, lernt man Schießen, Waffenhandhabung und die Praxis im Revier bei einer Jägerschaft, einer Jagdschule oder einem erfahrenen Ausbilder. Die Theorie kannst du zusätzlich selbst lernen und wiederholen, zum Beispiel mit Jägerklar.
2. Die Anmeldung zur Prüfung
Du meldest dich bei der zuständigen Jagdbehörde an. Die Fristen sind verschieden: in Nordrhein-Westfalen spätestens zwei Monate vor der schriftlichen Prüfung, in Hessen vier Monate vor dem Termin, in Baden-Württemberg spätestens vier Wochen vorher. Nordrhein-Westfalen prüft schriftlich nur einmal im Jahr, Ende April; Bayern mindestens viermal und Baden-Württemberg mindestens fünfmal im Jahr.
3. Die Jägerprüfung
Die Prüfung hat in der Regel drei Teile: das jagdliche Schießen mit Büchse und Flinte, eine schriftliche Prüfung zum Ankreuzen und einen mündlich-praktischen Teil. Geprüft werden Wildtiere, Jagdwaffen und Munition, Naturschutz, Hege und Jagdbetrieb, Wildbret und Wildkrankheiten, Jagdhunde und Brauchtum sowie Jagd-, Waffen-, Tierschutz- und Naturschutzrecht.
| Land | Schriftlich | Bestanden |
|---|---|---|
| Niedersachsen | 5 × 20 Fragen | Bestanden ab 28 von 40 Punkten je Fachgebiet |
| Bayern | 100 Fragen | Bestanden mit mindestens 75 ganz richtigen Fragen |
| Nordrhein-Westfalen | 4 × 25 Fragen | Bestanden mit mindestens 14 in jedem Sachgebiet oder mindestens 70 insgesamt, davon 14 aus Sachgebiet 1 |
| Baden-Württemberg | 5 × 25 Fragen | Bestanden mit mindestens 13 richtigen Fragen in jedem Fach |
| Hessen | 4 × 25 Fragen | Bestanden mit mindestens 18 Punkten in jedem Sachgebiet |
Mehr zum Ablauf: die Jägerprüfung in deinem Bundesland.
4. Den Jagdschein beantragen
Mit dem Prüfungszeugnis beantragst du den Jagdschein bei der unteren Jagdbehörde. Es gibt ihn als Jahresjagdschein für höchstens drei Jagdjahre oder als Tagesjagdschein für 14 aufeinanderfolgende Tage; er gilt im ganzen Bundesgebiet. Bei der Jagd musst du ihn mit dir führen.
- Mindestalter 16 Jahre; bis 18 gibt es nur den Jugendjagdschein, der die Jagd nur in Begleitung erlaubt.
- Zuverlässigkeit und körperliche Eignung.
- Eine Jagdhaftpflichtversicherung über mindestens 500 000 Euro für Personen- und 50 000 Euro für Sachschäden.
5. Die ersten Waffen
Mit dem Jagdschein wird dir ein Bedürfnis für Jagdwaffen anerkannt. Mit einem Jahresjagdschein darfst du Langwaffen ohne vorherige Erlaubnis kaufen und beantragst binnen zwei Wochen die Waffenbesitzkarte; für Kurzwaffen brauchst du die Erlaubnis vor dem Kauf. Munition für Langwaffen darfst du ohne Erlaubnis erwerben. Zur Jagd, zum Einschießen im Revier, zur Hundeausbildung und zum Jagdschutz darfst du deine Jagdwaffen führen; auf dem Weg dorthin nicht schussbereit.
Häufige Fragen
Wie bekomme ich den Jagdschein?
In drei Stufen: Du bereitest dich vor, in vielen Ländern mit einer vorgeschriebenen Ausbildung, legst die Jägerprüfung bei der Jagdbehörde deines Landes ab und beantragst dann bei der unteren Jagdbehörde den Jagdschein. Die erste Erteilung setzt eine bestandene Jägerprüfung voraus.
Ab welchem Alter kann ich den Jagdschein machen?
Den Jagdschein gibt es ab 16 Jahren, bis 18 nur als Jugendjagdschein: Er erlaubt die Jagd nur in Begleitung eines jagdlich erfahrenen Erziehungsberechtigten oder einer schriftlich beauftragten Aufsichtsperson und nicht die Teilnahme an Gesellschaftsjagden. Ab wann du zur Prüfung zugelassen wirst, regelt dein Land; in Baden-Württemberg zum Beispiel ab 15 Jahren.
Gilt der Jagdschein in ganz Deutschland?
Ja. Der Jagdschein gilt im ganzen Bundesgebiet, als Jahresjagdschein für höchstens drei Jagdjahre oder als Tagesjagdschein für 14 aufeinanderfolgende Tage. Wo du jagst, gilt aber das Jagdrecht des jeweiligen Landes.
Brauche ich eine Versicherung?
Ja. Ohne Jagdhaftpflichtversicherung wird der Jagdschein nicht erteilt. Sie muss nach Bundesrecht mindestens 500 000 Euro für Personenschäden und 50 000 Euro für Sachschäden abdecken.
Muss ich einen Jagdkurs besuchen?
Das hängt vom Land ab. Bayern schreibt mindestens 120 Stunden Ausbildung vor, Baden-Württemberg einen Lehrgang mit mindestens 130 Stunden, Hessen einen Ausbildungslehrgang. Andere Länder verlangen bestimmte Nachweise, Nordrhein-Westfalen etwa zur Kurzwaffe und zur Wildbrethygiene. Praxis und Schießen lernst du ohnehin am besten bei einer Jägerschaft oder Jagdschule.
Darf ich mit dem Jagdschein Waffen kaufen?
Mit einem Jahresjagdschein darfst du Langwaffen ohne vorherige Erlaubnis erwerben und musst binnen zwei Wochen die Waffenbesitzkarte beantragen. Für Kurzwaffen brauchst du die Erlaubnis vor dem Erwerb; für Langwaffen und zwei Kurzwaffen wird das Bedürfnis nicht geprüft.
Die Theorie für die Jägerprüfung
31 Video-Lektionen zum bundesweiten Stoff, das Landesmodul für dein Bundesland und Prüfungssimulationen im Format deines Landes.
Grundlage: Bundesjagdgesetz §§ 15 bis 17, Waffengesetz § 13 und die Prüfungsordnungen der Länder. Stand: 5. Oktober 2026. Maßgeblich sind die aktuelle Fassung und die Angaben deiner Jagdbehörde.
